Jahresbericht Serpaf
2. Halbjahr 2025
SERPAF blickt auf ein bewegtes und erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Zum 57-jährigen Bestehen feierte die Organisation nicht nur ihre langjährige Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, sondern erhielt auch internationale Anerkennung: SERPAF war Teil der brasilianischen Delegation bei der Weltklimakonferenz COP30 in Belém. Diese Einladung würdigte das kontinuierliche soziale und pädagogische Engagement der Organisation sowie die aktive Beteiligung junger Menschen an Fragen der Klima-, Umwelt- und Ernährungsgerechtigkeit.
Vertreten wurde SERPAF unter anderem von der Leiterin der Einrichtung, Adriane Branco Penna und von Philippe Diogo, der schon als Kind und Jugendlicher bei SERPAF integriert war und der heute als Fachkraft tätig ist und dort auf internationaler Ebene zum Thema Jugendbeteiligung, über Ernährungssicherheit sowie zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen sprach. Die starke Präsenz indigener Gemeinschaften unterstrich dabei die zentrale Bedeutung sozialer Gerechtigkeit und des Amazonasraums für globale Klimaprozesse.
Parallel dazu baute SERPAF 2025 einen neuen Arbeitsschwerpunkt im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit auf. Naturerfahrungen und Umweltbildungsangebote stärkten die Verbindung von Kindern zur Natur und förderten Verantwortungsbewusstsein, Achtsamkeit und Gemeinschaftssinn.
Auch auf lokaler Ebene setzte SERPAF wichtige Impulse: Mit der Eröffnung neuer Gemeinschafts- und Bildungsangebote, dem Ausbau kultureller und künstlerischer Projekte sowie inklusiver Programme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurde die soziale Teilhabe in den 7 Gemeinden um Sete Lagoas, in denen SERPAF schwerpunktmäßig tätig ist, nachhaltig gestärkt. Kunst, Bewegung und kultureller Ausdruck erwiesen sich dabei als wirkungsvolle Instrumente zur Persönlichkeitsentwicklung, Inklusion und Stärkung von Selbstvertrauen bei den Kindern und Jugendlichen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Förderung von Frauen und Familien. Dialog- und Kreativformate, wie das Café Prosa und neu – Arte & Prosa, stärkten die Teilnehmer und wirkten sich positiv auf die Bekämpfung von Gewalt in den Familien aus. Programme zur Berufsorientierung und zum Einstieg in die Arbeitswelt eröffneten jungen Menschen neue Perspektiven. Gleichzeitig engagierte sich SERPAF aktiv in kommunalen Räten, Fachforen und Konferenzen zur Stärkung der Rechte von Kindern, Jugendlichen und Frauen.
Diese vielfältigen Aktivitäten wären ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. Wichtig ist zu wissen, dass der Ökumenische Arbeitskreis SERPAF mit seinen Spendenmitteln jeweils einen Grundstock für die Bewilligung neuer Projekte durch das Kindermissionswerk bildet. Nötig ist dazu jedes Mal eine ausführliche Antragstellung für ein neues Projekt, die dann die Genehmigungsvorgänge durchlaufen muss. Neue Projekte werden nur genehmigt, wenn das vorhergehende Projekt korrekt abgerechnet wurde und die Abrechnung noch einer übergeordneten Prüfung unterzogen wurde.
Das bedeutet für unsere Partner viel Überlegung und Arbeit bei der Zusammenstellung der Projektanträge und erhöhte Sorgfalt bei Ausgeben der Mittel und der Abrechnung.
Das seit 2025 laufende Projekt, mit dem Schwerpunkt im Berich Umwelt, Nachhaltigkeit und Ernährung wurde in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe entwickelt wurde,
Es ergänzt die Kurse und Programme zur Förderung und Stärkung der Jugendlichen, der Anleitung zur Wahrung ihrer Rechte und Einbindung der Familien. Hier können Bildung, Fürsorge und Nachhaltigkeit in konkreten Aktivitäten vereint werden.
SERPAF bedankt sich ausdrücklich für das entgegengebrachte Vertrauen sowie für die Spenden, die es ermöglicht haben, Projekte umzusetzen, Strukturen zu stärken und nachhaltige Veränderungen im Leben vieler Menschen anzustoßen.
„Wir von SERPAF sind Menschen, die daran glauben, dass Veränderung möglich ist. Wir schließen das Jahr 2025 mit großem Stolz über die geleistete Arbeit. Wir sind glücklich über alle positiven Veränderungen im Leben der Familien und voller Hoffnung, dass unsere Arbeit Auswirkungen auf die öffentliche Politik zeigt. Wir schreiben gemeinsam weiter an einer Geschichte, die von vielen Händen geschrieben wird!“
Die ökumenische Partnerschaft mit SERPAF
Die Ökumenische Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Werden, der katholischen Gemeinde St. Ludgerus und der Tageseinrichtung zur Förderung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien SERPAF in Sete Lagoas, Brasilien, besteht seit 20 Jahren. Ziel von SERPAF ist es, durch Bildung den Familien aus den Armenvierteln Möglichkeiten und Chancen zu eröffnen, ihr eigenes Leben verantwortlich zu gestalten. Das Umfeld der Familien ist geprägt von Hunger, Gewalt, Kinderarbeit, Prostitution, Drogen und Kinderkriminalität.
Die Arbeit von SERPAF erfolgt schwerpunktmäßig in verschiedenen Einrichtungen in mehreren sozialen Brennpunkten. Inzwischen werden neben den ca. 800 Kindern und Jugendlichen, die den Stammsitz von SERPAF regelmäßig besuchen, im Umfeld insgesamt fast 5.000 Menschen erreicht. Die Kinder erfahren Zuwendung und Anerkennung und es gibt täglich eine warme Mahlzeit. Im Kindergarten, werden die Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet. Während der Schulzeit werden die Kinder und Jugendlichen durch Angebote durch Musik, Sport und Theater, Hausaufgabenbetreuung, Sprachkurse und Computerschulung weiter begleitet, gestärkt und gefördert.

SERPAF
In der Vorbereitung auf die Zeit nach der Schulzeit wird besonders Wert gelegt auf die Aneignung der Sekundärtugenden wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Aufmerksamkeit, Fleiß usw. Hier unterstützt SERPAF mit Berufseignungstests, berufswahlunterstützenden Maßnahmen und der Vorbereitung auf Berufe. Es gibt gezielte Schulungen für Eltern im Bereich von Gesundheit, Haushaltsführung, Berufsförderung und Nachhaltigkeit bei der landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens. In kleineren Projekten werden Dinge des täglichen Bedarfs hergestellt mit dem Ziel den teilnehmenden Frauen ein Selbstwertgefühl zu vermitteln.
Der Werdener SERPAF Arbeitskreis pflegt einen engen Kontakt zur Leitung von SERPAF in Brasilien. Persönliche Kontakte, u.a. durch das „Freiwillige Soziale Jahr“ von deutschen Jugendlichen, Begegnungen in 2010 und 2016 in Essen und ein Besuch in Brasilien in 2018 zeigen die Intensität und das hohe Engagement in der Partnerschaft. Mit vielen Aktionen werden Spendengelder zusammengetragen, die die Arbeit vor Ort unterstützen. Die beiden großen Kinderhilfswerke DIE KINDERNOTHILFE und das Kindermissionswerk DIE STERNSINGER sind als Kooperationspartner sowohl vor Ort tätig als auch in engem Kontakt mit dem Arbeitskreis.
Kontakt: Doris Korpiun, Tel. 0201-40 48 55, doris.korpiun@gmail.com
Spendenkonto: Ev. Kirchengemeinde Werden, Stichwort SERPAF,
IBAN DE 60 3506 0190 5995 1300 00, KD Bank Dortmund




